Essen/Bingen am Rhein, 18. August 2026
Die kommunale Wärmeplanung gibt vielerorts den Startschuss für die nächste Phase der Wärmewende. Doch aus einem strategischen Zielbild entsteht noch kein finanzierungsfähiges Projekt. Stadtwerke müs-sen ihre Ausbaupläne in belastbare Business Cases übersetzen und technische, wirtschaftliche sowie finanzielle Fragen von Beginn an zusammendenken.
Welche Faktoren dabei entscheidend sind, erläutern Jan-Hendrik Rühmke und Rainer Buch von den Netzwerkpartnern gemeinsam mit Dr. Hans-Georg Napp von Napp Consult in einem aktuellen Gastbeitrag für die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK).
Bevor Stadtwerke über Finanzierungsinstrumente und mögliche Kapitalgeber sprechen, müssen sie Klar-heit über ihre wirtschaftliche Ausgangslage schaffen. Eine zentrale Stellschraube ist dabei das Jahreser-gebnis. Wer Verlustbringer im Portfolio identifiziert, Investitionen priorisiert und die operative Ertrags-kraft verbessert, kann zusätzliche Finanzierungsspielräume schaffen. Gerade Wärmenetzprojekte können die Verschuldungskapazität eines Stadtwerks schnell beanspruchen. Anders als bei regulierten Netzinvestitionen hängt ihre Wirtschaftlichkeit unmittelbar vom Markterfolg ab. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob ein Wärmenetz technisch realisierbar ist, sondern auch, ob die erwarteten Erlöse belastbar sind.

Eine zentrale wirtschaftliche Größe ist die Anschlussquote. Sie beeinflusst, wie schnell das investierte Kapital über Wärmeverkäufe zurückfließt und ob der zugrunde liegende Business Case für Kapitalgeber plausibel ist.
Große Wohnungsunternehmen oder kommunale Liegenschaften können als Ankerkunden frühzeitig Planungssicherheit schaffen. Sie erleichtern sowohl die Wirtschaftlichkeitsrechnung als auch spätere Finanzierungsgespräche. Gleichzeitig zeigt die Beratungspraxis, dass selbst weit entwickelte Projekte ins Stocken geraten können, wenn Partnerprofil, Kontrollinteressen und Governance nicht frühzeitig geklärt werden.
Leitungsgebundene Wärme kann für Stadtwerke zu einem tragfähigen Ersatzgeschäft für den rückläufigen Gasvertrieb werden. Voraussetzung dafür ist, dass Technik und Finanzierung nicht nacheinander, sondern von Beginn an gemeinsam betrachtet werden.
Den vollständigen Gastbeitrag mit weiteren Einblicken und einem Fall aus der Beratungspraxis lesen Sie online bei der ZfK: Erst Projektklarheit, dann Kapital
Die Netzwerkpartner sind rund 140 Stadtwerke – regionale und überregionale Energieversorger und Netzbetreiber aus ganz Deutschland sowie die Westenergie – die sich in einem Verein ohne Gewinnerzielungsabsicht zusammengetan haben. Durch nachhaltige Kooperation ermöglichen wir den schnellen Zugang zu Kompetenzen und Lösungen für das Gelingen der Energiewende.
Der im Mai 2000 gegründete Verein ist eine stetig wachsende Community für Wissenstransfer, Lösungsentwicklung und Vernetzung auf strategischer und operativer Ebene mit 10.000 aktiven Fach- und Führungskräften. Die rund 60 Spezialisten unseres Kernteams an den Standorten Essen, Hamburg und Stuttgart verstehen sich als „Kümmerer in der Energiewelt“ und Begleiter auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung.
Napp Consult berät Unternehmen und Institutionen bei strategischen, operativen und politischen Fragestellungen mit Schwerpunkten in den Bereichen Investition, Finanzierung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Finanzierung von Infrastrukturprojekten und der wirtschaftlichen Umsetzung der Energiewende. Die Beratung verbindet individuelle Lösungsansätze mit langjähriger Management- und Berufserfahrung in Wirtschaft, Politik und Verwaltung.