Waiblingen, 11. September 2025
Die Wärmewende fordert nicht nur technologische Lösungen, sondern auch ein neues Verständnis von Kommunikation. Wie Stadtwerke Bürgerinnen und Bürger, Kommunalpolitik, Handwerk und weitere Akteure erfolgreich einbinden können, zeigt das Beispiel Waiblingen. Zum Start der fünften Staffel des Netzwerkpartner-Podcasts „Energiedosis“ spricht Mona Marie Helppi, Leiterin der Abteilung Wärmeversorgung bei den Stadtwerken Waiblingen, in der Folge 81 über ihre Erfahrungen, die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Kommunikation der kommunalen Wärmeplanung.
„Bevor wir uns fragen konnten, wie man die Leute anspricht, mussten wir erst klären, wen wir überhaupt ansprechen müssen. Das war ein langer Prozess“, erläutert Helppi. Eine zentrale Aufgabe sei es gewesen, die Rollen klarzustellen: „Wärmeplanung ist in erster Linie eine kommunale Aufgabe. Stadtwerke können ihr Fachwissen einbringen, aber immer mit der kommunalen Brille.“
Die Stadtwerke Waiblingen setzten früh auf Präsenzveranstaltungen und Basisinformationen: „Wenn man den Leuten nur Ergebnisse vorsetzt, sind sie nicht in der Lage, sie richtig einzuordnen. Uns war wichtig, zunächst Wissen zu vermitteln – als eine Art ‚Erklärbär‘.“ Eine Kernbotschaft dabei: „Es heißt Wärmeplanung, nicht Wärmenetzplanung. Fernwärme ist ein Baustein, aber nicht der einzige.“
Workshops, bei denen Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute Kriterien für die Wärmeplanung mitentwickelten, erwiesen sich als Erfolgsmodell.
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„Die Menschen hatten wirklich das Gefühl, sie dürfen mitmachen. Das hat Begeisterung ausgelöst und das Verständnis deutlich erhöht."
Auch einfache Visualisierungen hätten dabei geholfen: „Mein Tipp: ab und zu eine schicke Grafik mitnehmen – das wirkt stärker, als man denkt.“
Dass das Thema Wärme emotional besetzt ist, macht die Kommunikation nicht einfacher. „Sobald das eigene Zuhause betroffen ist, geht es um Vertrautes und Gewohntes.“ Entsprechend begegnen die Stadtwerke auch Widerständen: „Wir setzen auf Präsenz, auf persönliche Ansprache und darauf, Sorgen ernst zu nehmen. Nur so entsteht Vertrauen.“ Gerade ältere Menschen profitierten von Kontinuität: „Wiederkehrende Ansprechpartner schaffen Sicherheit und Glaubwürdigkeit.“
„Verlässliche Informationen sollten so früh wie möglich geteilt werden. Auch wenn wir uns gegen ein Projekt entscheiden, erklären wir die Gründe“, betont Helppi. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Einbindung des Gemeinderats als Multiplikator: „Wenn die Gemeinderäte gut informiert sind, nehmen sie vielen Bürgern die Sorgen.“ Transparenz sei kein Selbstzweck, sondern Basis für Akzeptanz. Deshalb arbeiten die Stadtwerke Waiblingen aktuell an einer neuen Website, nutzen Social Media stärker und entwickeln standardisierte Informationsmaterialien.
Zum Abschluss fasst Helppi ihre drei wichtigsten Erkenntnisse zusammen:
Energiedosis ist der Podcast der Netzwerkpartner und erscheint alle zwei Wochen. Jede Folge beleuchtet aktuelle Themen der Energiebranche und bietet Fachleuten und Entscheidern wertvolle Einblicke in die Praxis von Stadtwerken und Energieversorgern. Expertinnen und Experten berichten offen und ehrlich über spannende Projekte, neue Ansätze und Lösungen, Best Practices, Herausforderungen und Lessons Learned sowie aktuelle Trends für die Zukunft der Energiewirtschaft.
Die komplette Folge 81 sowie weitere spannende Episoden finden Sie unter dem unten stehenden Link.
Die Netzwerkpartner sind rund 140 Stadtwerke – regionale und überregionale Energieversorger und Netzbetreiber aus ganz Deutschland sowie die Westenergie – die sich in einem Verein ohne Gewinnerzielungsabsicht zusammengetan haben. Durch nachhaltige Kooperation ermöglicht der Verein den schnellen Zugang zu Kompetenzen und Lösungen für das Gelingen der Energiewende.
Seit 25 Jahren sind die Netzwerkpartner eine stetig wachsende Community für Wissenstransfer, Lösungsentwicklung und Vernetzung auf strategischer und operativer Ebene mit 10.000 aktiven Fach- und Führungskräften. Die rund 60 Spezialisten des Kernteams an den Standorten Essen, Hamburg und Stuttgart verstehen sich als „Kümmerer in der Energiewelt“ und Begleiter auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung.