Blackout, Cyberangriff, Krise: Resilienz für kritische Infrastruktur – Oberst i. G. Armin Schaus, Operatives Führungskommando der Bundeswehr

Ahrtal 2021: Das Hochwasser legt innerhalb kurzer Zeit zentrale Teile der Infrastruktur lahm. Strom, Wasser und Kommunikation sind massiv gestört, Abstimmungen und Rettungseinsätze werden erheblich erschwert. 

Berlin 2026: Ein Brandanschlag legt Teile des Stromnetzes im Südwesten Berlins lahm. Tausende Haushalte sind betroffen, zentrale Abläufe geraten ins Stocken, der Alltag steht für viele still.

Beide Ereignisse zeigen, wie verwundbar Versorgungssysteme sind und wie schnell aus einzelnen Ausfällen komplexe Lagen entstehen können. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Spannungen und hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe oder Desinformationskampagnen das Risiko. Im Gespräch mit Oberst i. G. Armin Schaus vom operativen Führungskommando der Bundeswehr wird deutlich, wie sich die Bedrohungslage verschärft hat und was das für Energieversorger bedeutet.

Resilienz entscheidet sich im Ernstfall
Der Blick richtet sich schnell weg von Strategiepapieren hin zur operativen Umsetzung. Denn genau dort zeigt sich, ob Organisationen vorbereitet sind. Prozesse, Zuständigkeiten und Kommunikationswege müssen auch unter Druck funktionieren. Was nicht geübt wurde, hält im Ernstfall selten stand. Dabei geht es nicht nur um den großen Blackout. Schon kleinere Störungen können sich ausweiten, wenn Abläufe nicht sauber ineinandergreifen. Versorgungssicherheit entsteht deshalb über alle Eskalationsstufen hinweg.

Ohne Abstimmung keine Stabilität
Energieversorger sind Teil eines größeren Systems. Im Krisenfall entscheidet die Zusammenarbeit darüber, wie schnell und koordiniert reagiert werden kann. Abstimmungen mit Behörden, anderen Infrastrukturanbietern und Sicherheitsorganisationen sind Voraussetzung für funktionierende Abläufe. Das Gespräch zeigt, wie sich die veränderte Lage konkret auf den Alltag von Energieversorgern auswirkt und wo Unternehmen heute ansetzen müssen. Es geht um klare Prioritäten, belastbare Prozesse und die Bereitschaft, sich auf Szenarien vorzubereiten, die lange als Ausnahme galten.

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